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Carl Djerassi – Der Schattensammler

Der Schattensammler ist gemäß dem Untertitel des Buches die allerletzte Autobiografie von Carl Djerassi. Der österreichisch-amerikanische Chemiker hat mit der (chemischen) Erfindung der Pille (er bezeichnet sich selbst als Mutter der Pille) maßgeblich zur gesellschaftlichen Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts beigetragen und mit seiner wissenschaftlichen Tätigkeit einen tiefen Fußabdruck hinterlassen.

Inhalt

Djerassi hat in der Vergangenheit bereits Autobiografien verfasst (über unsere ISBN Suche sind diese durch Eingabe seines Namens auffindbar) und betrachtet das vorliegende Werk als abschließende Autobiografie. Möglicherweise liegt es an seinem unermüdlichen Taten- und Geltungsdrang, dass er in diesem Buch auch offene und klare Worte für Konflikte der Vergangenheit findet. Er wirft der Stanford University vor, ihn in Folge interner Grabenkämpfe trotz all seiner Leistungen und Erfolge “vom Hof gejagt zu haben”. Andererseits versucht er – in seinem nur sehr bedingt bescheidenen Stil – aufzuzeigen, dass vielseitige Interessen und Passionen die Grundlage für ein erfülltes Leben darstellen.

Neben seiner intensiven wissenschaftlichen Tätigkeit hat sich Carl Djerassi auch als Autor von Romanen einen Namen gemacht und mehrere Bücher veröffentlicht, die einen Bezug zur Wissenschaft haben und die Literaturgattung “Science-in-fiction” begründeten. Später verfasste er im selben Stil auch Theaterstücke. Weiterhin ist als renommierter Kunstsammler bekannt. Die Werke des Kunstsammlers Djerassi von Paul Klee sind in einer Dauerausstellung im MoMA in San Francisco zu bewundern. Die Förderung der Künste und der Künstler spielt eine wichtige Rolle in seinem Leben, insbesondere in den Jahrzehnten nach dem Selbstmord seiner Tochter, welche selbst Künstlerin war.

Fazit zur letzten Autobiografie von Carl Djerassi

Mich hat das Buch neugierig gemacht, da ich Djerassi in den vergangenen Jahren wiederholt durch Interviews und Dokumentationen “begegnet” bin. Das Buch ist aus meiner Sicht jedoch das Werk eines Mannes mit zwei Seiten: Trotz des erfüllenden Lebens Djerassis wirkt seine letzte Autobiografie an vielen Stellen wie das Werk eines verbitterten alten Mannes, dessen Selbstreflexion sich auf seine Arbeit beschränkt. Diese Kapitel sind jedoch umso interessanter, da sich Djerassi intensiv mit den Konsequenzen seiner Arbeit auseinandergesetzt hat und dem Leser beispielsweise in Hinblick auf die demographischen Auswirkungen der Einführung der Antibabypille eine interessante Perspektive ermöglicht. Wer, wie ich, wiederholt auf Djerassi gestossen ist und eine gewisse Neugierde verspürt, wird die Lektüre dieses Buches nicht bereuen. Im folgenden Video bekommt man einen ersten Eindruck seiner Person.