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T.C. Boyle – Hart auf hart

Wie arrangieren sich Außenseiter mit der Realität des dünn besiedelten Nordkaliforniens? Hart auf hart von T.C. Boyle handelt von dem überwiegend in der Wildnis lebenden Aussteiger Adam, der sich selbst Colter nennt, sowie seiner beidseitig opportunistisch-motivierten Affäre mit Sara. Komplettiert wird das Erzähler-Trio von Adams Vater Stan, einem ehemaligen Highschool-Lehrer und Vietnamveteran.

T.C. Boyle in Bestform

Hart auf hart ist das neueste Werk von T.C. Boyle und spielt in der überschaubar besiedelten Landschaft Nordkaliforniens. Im Vorspiel des Buches schildert T.C. Boyle die letzten Tage einer Urlaubsreise von Stan und seiner Frau in Südamerika. Der erfahrene Soldat Stan bricht aus seinem Rentner-Dasein aus, als er bei einem Überfall auf seine Reisegruppe einen der Täter tötet und die restlichen Angreifer erfolgreich verjagt. Mit Glück entkommt er der Situation und wird zum gefeierten Bürger seiner Heimatstadt.

Sara kennt Stan flüchtig, da sie in seiner ehemaligen Schule als Aushilfslehrerin tätig war. Im Alltag verdient sie ihr Geld als Hufschmiedin. Die jung-gebliebene End-Dreißigerin pflegt eine kritische Haltung gegenüber staatlichen Eingriffen in ihr Leben, weshalb sie mitunter aufgrund ihrer libertären Haltung auch mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Durch einen Zufall begegnet sie Adam, welcher in einem Haus in der Wildnis lebt und seinem großen Vorbild John Colter nacheifert, dessen Bücher er verschlungen hat und als Leitlinie für sein Leben interpretiert. Die beiden ungleichen Außenseiter beginnen eine Affäre, welche trotz der Sympathien von beiden Seiten anfangs egoistisch motiviert ist. Sara genießt die Einsamkeit mit ihrem jungen Liebhaber, während dieser Ihre Verfügbarkeit nach seiner abendlichen Rückkehr in sein „Basislager“ schätzt. Adams Vater Stan akzeptiert die ungleiche Beziehung, was seiner Frau jedoch wesentlich schwerer fällt. Mit der Zeit erbaut der umtriebige Adam mehrere Basislager im Wald und verlagert seinen Lebensmittelpunkt in diese, während Sara in ihr Haus zurückkehrt. Die tödliche Begegnung von Adam mit einem Bürger seines Heimatortes im Wald bringt das Leben aller drei Akteure vollständig aus dem Gleichgewicht und gipfelt letztlich in einer unausweichlichen Tragödie.

Fazit zu Hart auf hart

Hart auf hart spielt am Rande der amerikanischen Gesellschaft und portraitiert Menschen mit einem alternativen Lebensentwurf, wie dies auch in anderen Büchern von T.C. Boyle, wie etwa Grün ist die Hoffnung, der Fall ist. Die Charaktere der Protagonisten hat der Autor scharf gezeichnet, denn sie lassen wenig Spielraum für Interpretation. Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, obgleich sie glücklicherweise ohne künstliche Dramatik auskommt. Die Lektüre des Buches ist jedem Fan amerikanischer Gegenwartsliteratur anzuraten.